06.12.2022

Zum Behandlungsfehler bei Zahnersatz und Duldung von Nachbesserung


Bei einer zahnärztlichen Behandlung kann ein Behandlungsfehler nicht bereits dann angenommen werden, wenn der Zahnersatz nicht auf Anhieb „sitzt“. Dem Behandelnden ist vielmehr im Rahmen des Zumutbaren Gelegenheit zur Nachbesserung zu geben. Die Zahnersatz-Eingliederung ist ein „mehrstufiger Prozess“, bei dem fast immer Anpassungsmaßnahmen unter Mitwirkung des Patienten bzw. der Patientin notwendig sind (vgl. Senat, Beschluss vom 21.01.2008 - 4 W 28/08; OLG Oldenburg, Urteil vom 11.02.1997, 5 U 164/96; Senat, Urteil vom 06.12.2016, 4 U 1119/16). Vorliegend hat die Klägerin zwar 30 Nachbesserungstermine behauptet, in den Behandlungsunterlagen findet dies aber keine Stütze. Findet sich in den Behandlungsunterlagen kein Hinweis auf derartige Maßnahmen, hat die behandelte Person die Überschreitung der Grenze des Zumutbaren (etwa eine besonders hohe Zahl an Nachbesserungsversuchen) zu beweisen. arge-medizinrecht.de/wp-content/uploads/2022/12/OLG-Dresden-Hinweisbeschluss-v-09-05-2022-4-U-2562-21.pdf


Hinweis

Diese Webseite nutzt Cookies zur Verbesserung des Erlebnisses unserer Besucher. Indem Sie weiterhin auf dieser Webseite navigieren, erklären Sie sich mit unserer Verwendung von Cookies einverstanden.